Mittwoch 5ten (5. Januar 1876) – TEST POST

R. sehr aufgeregt, keine Nachrichten von nirgendswo zu erhalten! Ich sehe die Bücher nach, Einteilung nach Mark. Nachmittags gehe ich zu Herrn Feustel, um noch ein Mal verschiedenes zu besprechen; R. entschließt sich nach Brüssel zu Konzerten, wenn ihm die Summe von 40000 frcs, welche Herr Brassin angegeben hat, garantiert wird. – Herr Jauner schreibt sehr unbefangen, ohne Kenntnis des Briefes des Finanz-Prokurators, Tannhäuser wird weiter gegeben, die äußerste Unannehmlichkeit ist also wenigstens nicht angebrochen. – 

R. entsendet 100 Th. durch Neffen Jachmann an Kinowsky, welche er ihm längst zugedacht, indem er sich nicht durch das schmähliche Benehmen der Schwägerin abhalten lassen will, einem armen Mann zu helfen. Benutzt sie dies später zu einer erneuerten Pression, so soll die Polizei daran. Abends Besuch des Regierungsrats Scherer, er erzählt von den Ausgrabungen in Steinach. Sorgenvolle Entschlüsse für die ältesten Kinder. – 

Ich wollte gern R. dazu bewegen, wieder an die Biographie zu gehen, er bittet mich nur zu warten, bis diese schlimmste Zeit sich entschieden hätte! Er denkt an Aufgebung der Sache und an seine Darstellung der Sache! Unser Leben darauf; ich schlug Herrn Feustel heute vor, mein Vermögen zu verpfänden und deshalb sich an meinen Vater zu wenden, er verspricht mir, es zu tun, wenn »alle Stricke reißen!«



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