Fühle mich matt und unwohl. Ich glaube, ich habe Heimweh. Abends 7½ Uhr Schwimmprobe, wozu diesmal die Musiker im Zuschauerraum saßen. Es dauerte nicht lange, so brach ein Sturm von Applaus los. Wagner hatte heute jeder Rheintochter einen Blumenstrauß in das Schwimmlager gelegt. Eine Flasche Champagner, den sie Rheingold getauft, sollte oben auf der Klippe liegen, und Hill- Alberich sollte mit ihr in die Tiefe stürzen. Sie war leider nicht oben anzubringen, ich übergab sie ihm, als er unten angekommen war. Hill hatte alle Angst überwunden und ich habe nun dabei nichts weiter mehr zu tun, als bei der Stelle: „garstig glatter, glitschriger Glimmer, wie gleit ich aus“ die Maschinisten zu kommandieren, welche Alberich dann auf- und abgleiten lassen.
Sonntag, 4. Juni (l. Pfingsttag.)
Tagebuch von Richard Fricke
