Etwas besseres Wetter; wir gehen zum Generalife (oberhalb der Alhambra gelegen) sehr malerisch, mit göttlichen Veilchen; sehr hübsche maurische Villa, etwas ruiniert, in mehreren Terrassen. –
Von da ab in die Stadt, Orangen gekauft und nach dem Süd-Osten des Ortes hin gewandert; Hübsche Klosterkirche mit Cypressen, dem Bach entlang; Sierra Nevada grossartig in der Nähe; dunkelblaue Färbung mit Schnee auf dem Kamm. Durch viele Olga-Gässchen[1] zum Hôtel zurück und geluncht. Nach dieser Thätigkeit wollten wir Geld wechseln, fanden aber keinen einzigen Banquier in der ganzen Stadt. Zum Troste oder zur Strafe nahmen wir Chocolade und zwar á l’Espagnole! Zur Strafe, weiss es Gott; das war ein Getränke, daneben der Zwiebeltanz tags zuvor ein Kinderspiel war. –
Überhaupt ist Alles im Orte recht wenig gut, obwohl ich sonst wirklich nicht difficil bin im Ertragen südlicher Cochonerien.
Vorher waren wir nochmals in der göttlichen Alhambra; zum letzten Male; ich nahm einen Grundriss auf vom Ganzen, welcher gut gelang und den ich abgezeichnet habe. Unglaublich sieht das Gebäude von Aussen aus, wie ein Spielzeug, ja fast komisch in seiner zierlichen Plumpheit. Im Eifer des Zeichnens stolperte und fiel ich über einen Holz-Verschlag bei dem Patio de los Arrajanes. Solche Momente sind immer recht penibel, besonders wenn man mitliedsvoll gefragt wird, ob es weh gethan. Man steht mit einer verlegenen Schnelligkeit auf, putzt sich und geniert sich rasend.
Unsren guten Rampelmeier sahen wir von Weitem, wie er malte; doch zogen wir es vor, auf den Fussspitzen ihm zu entgehen, was unsren Führer, der dies gleich verstand, sehr interessierte. Ins Hôtel zurückgekehrt, packten, zahlten, assen und legten wir uns.
[1] Übelriechende Gasse.
