Sonnabend, 13. Februar (13. Februar 1892)

Siegfried Wagner Reisetagebuch

Unsre Nacht war gut; das Hin- und Herschaukeln des Schiffes hat etwas Einwiegendes; um 8½ Uhr standen wir auf; rasierte mich mit meinen wunderbaren neuen Messern. Die Zeit ist jetzt jeden Tag verschieden; ich lass aber meine Uhr ruhig bis Gibraltar, sonst muss ich am Ende wieder ein Pfund zahlen, wie in London. Es ist etwas milder wie gestern; wir sind am Eingang der Bai von Biscaya, die, sonst recht wüst und ungestüm, sich heute freundlich gebärdet, so dass, wenigstens bis jetzt, nicht die midneste Lust zur Krankheit zu verspüren ist. Der Tag geht wie der gestrige vor sich; ich erfreue mich unendlich an Sterne; heute zum Luncheon ein sehr liebes vis-à-vis, ein tiefgebräunter freundlicher Marine-Officier, mit dem wir uns auch gleich unterhielten. –

Heute sehen wir den ganzen Tag kein Land, kaum ein Schiff; der Himmel etwas grau; da Meer schiefergrau-grün. Licht ist doch alles; schiene jetzt die Sonne, so wäre es der schönste Anblick. –

Das Schiff wiegt sich herrlich umher; man lernt bald den Seeschritt, d.h., gerade zu gehen, ohne hin und her zu sausen. Clement vertattert oben, ich unten. Wir sehen schon rosenfarbig aus.
Um 5 Uhr wieder Thee.



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