Samstag, 27. Februar. (27. Februar 1892)

Siegfried Wagners Reisetagebuch

Wieder ganz schönes Wetter, doch immer frischer Wind; was einem das Sitzen auf Deck etwas verleidet; daher benütze ich die Gelegenheit, um unten meine Novelle oder vielmehr „Katastrophe“ à la Hauptmann, anzufangen. – 
Nach dem Luncheon las ich viel in Gobineau: die ganze Babysten-Bewegung[1] welche sehr fesselnd eigenartig und furchtbar gewesen sein muss! All dieses Blutvergiessen in unsrem Jahrhundert, um die uralte arameische Religion wieder zu erneuern! – – – 

Schöner Sonnenuntergang; um ½6 Uhr Abendbrot; danach, während Cl. mit dem Capitän Halma spielte, schrieb ich an meiner Novelle weiter – dann musste ich wieder zu den Karten und verlor ordentlich. Der Capitän ist eine liebe gute Haut! Um 11 zu Bett; zuvor las ich Cl. noch meinen halben Roman vor. – Heute war den ganzen Tag kein Land in Sicht. die Uhr müssen wir jeden Tag um ungefähr 12-15 Minuten vordrehen – – –

[1] Eine mohammedanische Glaubensbewegung.

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