Donnerstag 13ten (13. Juli 1876)

Cosima Wagner Tagebücher

Keine Probe; wir fahren aber doch in das Theater, R. will mit Herrn Brandt das letzte Bild (Erscheinung von Wotan) besprechen und die Doepler’schen Figurinen ansehen. Ich bin sehr betrübt über dieselben, der spielerische Trieb des Archäologen drückt sich darin aus, zum Schaden des Tragischen und Mythischen. Ich möchte alles viel einfacher, primitiver haben. So bleibt denn alles Simulakrum. Abends einige Freunde. Besprechung von der neuen Biographie R.’s durch Glasenapp [1], worin manches Ungenaue, aber erstaunliche Quellenaufsuchungen. – Die Klavierproben endigten mit vollständiger Entlassung von Herrn Rubinstein, welcher die traurigsten Eigenschaften seines Stammes hier wiederum bewährt.

[1] Carl Friedrich G. (1847-1915), seine Biographie war zunächst auf 2 Bde. angelegt, 1. Bd. 1876, 2. Bd. 1877, bis 1911 auf 6 Bde. erweitert.

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