Sonnabend 8ten (8. Januar 1876)

Cosima Wagner Tagebücher

Hansen’s Geburtstag; ich mache ihn zu einem Tag des Insichgehens! Arbeite mit den Kindern; Fasten, Besuch meines Grabes, feierliches Gelübde, alles Schwere und Schlimme als gerecht dahin zu nehmen! … Zum Theater gewandert, oben Brandt und Brückners getroffen, R. kommt auch hin, wir fahren heim; abends Vorhang der Gibichungen-Halle ausgesucht. Einzig erheiternd die Beschäftigung mit diesen künstlerischen Dingen! … 

R. liest weiter in der »Geschichte der Araber« und erzählt uns ergötzliche Geschichten daraus. Er spricht auch von dem Unterschiede, wenn plötzlich das christliche Wesen eintritt, der Tod des h. Ferdinand’s [1] wie rührend! Wie uns heimisch! Die Demut ist es darin, welche uns so ergreift. Mit innigen Gedanken an Hans eingeschlafen.


[1] Ferdinand (1402-1443), Infant von Portugal, fiel in die Hände der Mauren und blieb, da die Cortes ihn nicht auslösen wollte, bis zum Tode in Gefangenschaft, 1470 selig gesprochen; hier jedoch wahrscheinlicher, vgl. auch 14. Januar, der kastilianische F. III., der Heilige (1199-1252), brachte die Reconquista zum Abschluß, Einiger des kastilischen Reiches, 1671 heiliggesprochen. 


<p>Dieser Inhalt kann nicht kopiert werden. / This content cannot be copied.</p>