Bessere Nachrichten; Herr v. Hülsen meldet in freundlichster Kürze, daß alles geordnet sei; Dr Jauner verlegt die Walküre wenigstens bis Januar; Frl. Scheffsky will Montag kommen. R. telegraphierte an den König in der Annahme, daß die erste Begegnung vor 12 Jahren heute war, der König grüßt schön wieder, berichtigend, es sei der 4te gewesen. –
R. probiert die letzte Scene vom 3ten Akt mit Zufriedenheit; er erzählt, das Thema »sangst du mir nicht dein Wissen etc.« sei ihm eingefallen, als er mit mir einmal auf dem Weg von Hergeschwyl nach Hause gefahren sei. Zusammenhang der Lokalitäten mit den Motiven, der amerikanische Marsch z.B. mit dem alten Tor hier. –
Er spricht von der Schönheit des »Tauchers«, welchen er heute in der neuen Elzevier-Ausgabe[1] gelesen, mit Entzücken; künstlerische Vollendung. –
Viel Vergnügen abends an der Einleitung von M. Bernays zu dem Briefwechsel zwischen Goethe und Fr. Au. Wolf[2]. Guter Stil, sehr guter Ton und Anschauungsweise und höchst interessanter Gegenstand.
[1] Ausgaben von Elzevier, einer niederländ. Buchdruckerfamilie; wegen handlichem Format, reinem Druck und klarer Antiqua von klassischer Wirkung.
[2] Friedrich August Wolf (1795-1824), klassischer Philologe in Halle und Berlin, persönlicher Verkehr mit Goethe und Wilhelm von Humboldt; »Goethes Briefe an Friedrich August Wolf«, 1868, hrsg. von Michael Bernays, mit Darlegung von Goethes Beziehung zur Antike.
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