R. hatte eine üble Nacht, liest während dem zwei Aufsätze von einem Herrn Löffler über die Götterdämmerung in der Fritzsch’schen Zeitung, welche sehr gut sind. – –
R. erzählt neulich bei Tisch, wie er dem armen Mann in Wien, dem er so bereute, nur 10 Kreuzer gegeben zu haben, wieder in der Dämmerung begegnet sei, ihm ein ansehnliches Geschenk gemacht und mit ihm gesprochen; es war ein armer Kupferstecher, der sich am Auge verletzt hatte und nun brotlos war! – Er fühlt sich unwohl, und so ist unsere gewöhnliche Sonntagsgesellschaft abends eine Last. –
Ich schreibe an Hans einen Bericht über die Lage unserer künstlerischen Dinge; dieser greift mich bis zur Erschöpfung an. Die einzige Empfindung, an welche sich mein Herz als Haft anklammert, ist, daß, wenn ich auch allen, die ich liebe, mehr Glück wünschte als ihnen gewährt, ich mir selber nicht wünschte, daß es besser ginge; je tiefer ich leide, je stärker bildet sich in mir diese seltsame Wollust des Leidens aus. Gern würde ich annehmen, daß, wie die Dünste der Erde zum befruchtenden Regen werden, auch die Seufzer und Tränen, die mir entspringen, als Segen für die Kinder herniedertauten; allein dann wäre das Leiden wie eine Fata Morgana, und es muß die äußerste Wirklichkeit sein! – – –
Es freute uns neulich zu finden (in Littré), daß das Wort joli von Jul kommt.
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