R. erhält einen Brief von Lilli Lehmann, sie protestieren alle gegen Frl. Brandt abermals, im übrigen scheint sie noch immer anzunehmen, daß sie keinen Urlaub erhält. Erste Probe mit Herrn Unger, R. scheint nicht unzufrieden, doch auch nicht ganz befriedigt.
Unterricht den Kindern. Am Morgen besuchte mich Herr Groß, meldend, daß R. sich neulich getäuscht, man sei jetzt nur noch bis zur Hälfte der Patronatscheine angekommen. Niederdrückender Eindruck. Ich gehe mit R. im Hofgarten, der Hagedorn in Blüte, schön duftend. – Abends ein Mann von Markneukirchen mit einem Instrument, welches das Orchester ersetzen soll! … Es stellt sich als Ziehharmonika heraus! Dagegen hat er eine Geige gemacht, welche einen schönen Klang hat, der Mann selbst ist ernst.
1 Fälschlich »28ten«, irrtümlich datiert bis Sonnabend, 29. April.
