Montag 25ten (25. September 1876)

Cosima Wagner Tagebücher

In der Frühe zu San G. e Paolo, eingehend betrachtet, dann in das herrliche Hospital daneben; seltsame und unaussprechliche Ergriffenheit durch den Anblick der Kranken in den schönen Sälen! – – Dann nach dem Gesuiti wegen h. Lorenz, darauf die h. Barbara von P. Vecchio [1] und das Bild von Giorgione und das von Bellini in einer kleinen Kirche. – Der Sakristan in der Jesuitenkirche die untere Stufe des Döllinger’schen Typus. Diese Wanderungen zu Fuß mit den Kindern gewähren die lebhafteste Freude; nur ist auf der Straße beinahe nur Armut zu sehen. Nachmittags Santa Maria Salute und abends Marcus-Platz, wo ein Pr. Hertel [2] aus Berlin sich zu uns gesellt.

[1] Palma il Vecchio (1480-1528), Renaissancemaler. – 
[2] Pr. Hertel: wahrscheinlich Albert H. (geb. 1843), Berlin, Maler, Prof. an der Kunstakademie, unternahm Italienreisen.

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