Besuche, Diners, unerhörtes Hin und Her, abends Bankett; R., ohne jede Vorbereitung, spricht wundervoll, paraphrasiert den letzten Chor vom »Faust«, alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis! Die Idee: Das ewig Weibliche zieht uns hinan. Sehr unglücklich spricht der Reichstagsabgeordnete, man könne nicht wissen, was die Zukunft von der Sache halten würde, das Streben aber sei anerkennenswert! Darauf Graf Apponyi in herrlicher Weise, vergleicht R. mit Siegfried, er habe die Tragödie wieder erweckt, weil er das Fürchten nicht gelernt. Ganz herrlich. Dann R. wundervoll meinem Vater ein Hoch [1] gebracht, ohne ihn wüßte keiner etwas von ihm, R. – Sehr sehr schöner Abend! Alle Sänger aber mit Ausnahme Hill’s, Frau Grün’s, Reichenberg’s, Herrn Siehr’s (als Hagen ausgezeichnet) abwesend! Nach drei Monaten Arbeit mit R. halten sie es nicht für notwendig, bei einer solchen Gelegenheit sich um ihn zu scharen; sie sollen böse sein, daß man nicht in unserem Theater herausruft.
[1] Beim Bankett deutet RW während seiner Rede plötzlich auf Liszt: »Hier ist derjenige (…), ohne den Sie heute vielleicht keine Note von mir gehört haben würden«, und umarmt Liszt.
