R. sehr von seiner Komposition bedrängt; doch feiern wir Evchen ganz heiter. Am Nachmittag nimmt R. mehreres von Händel vor und erstaunt über die Banalität; gar keine Tiefe, kein Christentum, der rechte Jehovah-Dienst. Einzig ist ihm großartig in der Erinnerung die Cäcilien-Ode. – R. bleibt dabei, er selbst sei kein Musiker! –
Ein Brief von Gräfin Danckelmann stimmt uns traurig, die Dame will wissen, ob sie ihren Koch mitbringen soll, und frägt nach den Wohnungen hier! Ob wir nicht einer völligen Katastrophe, selbst wenn alles übrige gelingen sollte, in diesem Betreff entgegen gehen? …
Weiterführende Dokumente:
Frankfurter Zeitung und Handeslblatt vom 17.2.1876:
„Kleine Chronik
Richard Wagner trifft am 25. in Berlin ein, um die Proben zu “Tristan und Isolde” zu leiten. …
Der Rechnungsausweis des Verwaltungsrathes des “Richard-Wagner-Theaters” gibt eine Einnahme zu 306.000 fl. bis Ende von J. an, darunter 240.000 fl. für Patronatscheine, 46.000 fl. freiwillige Beiträge und 11.000 fl. Beiträge der Berliner Wagner-Vereine. Die Ausgaben betragen 290.000 fl.: davon kommen 22.000 fl. auf die Proben, 223.000 fl. auf den Bau, 5.000 fl. auf die Costüme, 13.000 fl. auf das Inventar. Es war Ende December noch ein Ueberschuß von 15.000 Gulden vorhanden und diese Summe ist durch zahlreiche mittlerweile noch verkaufte Patronats-Karten bis jetzt schon vergrößert worden.“
