Die Zeit über nicht geschrieben, am Donnerstag fand eine Probe der drei Akte hintereinander statt, nach welcher R. und die Sänger eine Probe im Kostüm unnütz fanden.
Am 17ten beendigt R. den amerikanischen Marsch und erhält dafür 5000 Dollars (25000 frcs). Diner bei Herrn von Hülsen mit einigen Würdenträgern! Abends einige Freunde bei uns, unter andrem Elisabeth Krockow und Frau Wesendonck.
18ten R. förmlich erlöst, keine Probe, keine Komposition, wir machen einige Besuche. (Frl. Preiß, wahrscheinlich durch Herrn Scaria aufgehetzt, schickt die Partie der Norn zurück). Diner bei Menzels, wobei R. sehr heiter und freundlich ist. Sonntag zu Graf Harrach [1] und in das Gewerbe-Museum (ich), abends bei unsrer Freundin gespeist.
Montag 20ten förmlicher Billetunfug, bis 150 Mark werden für einen Parkettplatz geboten; um 6 Uhr Beginn der Aufführung, Kaiser und der gesamte Hof nebst vielen Höflein, zum Geburtstag des Kaisers angekommen; unerhörter Andrang in den Korridors, und Leben; R. im ersten Zwischenakt bei dem Kaiser und der Kaiserin; sonst mit mir in der Loge von Hülsens. Hervorrufe, Blumen, Kränze und das übrige, dazu Versuche der Opposition, nach der Hirtenweise lautes Lachen von drei, vier Menschen. Betz als Marke herrlich; Niemann schlimm, Brandt als Brangäne gut, Frau Voggenhuber (Isolde) in vielem überraschend, wenn auch durchaus ungenügend. R. gut gelaunt durch den Marke von Betz.
[1] Graf Harrach, (1824-1893), Zeichner, seit 1848 Mitarbeiter des politisch-satirischen Blattes Kladderadatsch.
