Letzte Probe, Götterdämmerung. Mit Hängen und Würgen, wie man zu sagen pflegt, und für mich unter Schweiß und Angst, ging die Probe von 5—11 ¼ Uhr zu Ende. — Die Schlußscene ging erbärmlich und wird womöglich Fiasko machen, wenn Brandt nicht alle Minen springen läßt und ihm nicht günstige Zufälle helfen. Ich habe große Sorge, daß alles Schöne, was vorhergegangen ist, durch den Schluß zu Grunde geht. Ich fuhr mit Wagner, Frau Cosima und den Kindern nach Hause, war nicht aufgelegt, noch zu sprechen, meiner Sorge Worte zu geben.
Vergessen habe ich, eine Siegfried-Probe zu erwähnen, in welcher der Kampf mit dem Drachen (fafner) probiert worden ist. Es war wieder ein Stück vom Vorderteil angekommen, ich konnte nicht recht daraus klug werden, aber soviel sehe ich, „die zierliche Fresse“ fehlt noch immer. Der Raum, auf welchem das Tier erscheint und mit Siegfried auch noch agieren soll, ist viel zu klein! Der Kampf, den Wagner angeordnet und der von Unger herzlich ungeschickt gemacht wird — kein Zweifel, lächerlich – ist für kleine Kinder nicht gut genug. Besser, der Drache bleibt ganz weg! Und dieser Drache kostet 500 Pfd. Sterling.
