31. Mai. (31. Mai 1876)

Tagebuch von Richard Fricke

Probe Unger, Schlosser, Reichenberg. Scenen aus Siegfried. Der Meister klagte über seine Hüfte und über das, was etwas tiefer sitzt. Er hatte sich in der Scene, wo Siegfried mit dem neugeschmiedeten Nothung den Amboß spaltet, um Mime—Schlosser — zu zeigen, wie erschreckt er darüber sein muß, so schnell und mit Gewalt nach rückwärts geworfen, daß er es heute noch fühlt. 

Nachmittag Ankunft vieler Musiker und Künstler: Frau von Grün-Coburg, Frau Jaide-Darmstadt, Engelhardt-Hannover. 7 Uhr zweite Schwimmprobe mit Hill aus Schwerin (Alberich). Ich zeigte ihm zweimal den Sturz in die Tiefe. „Beruhige Dich, sagte ich, „mit Brandts Maschinerieen ist es ein wahres Vergnügen zu stürzen. Du liegst wie „in Abrahams Schoß“, wie man sagt.“ Hill ist ein Mann von etwa 46 Jahren und sehr ängstlich, aber vortrefflicher Sänger und tüchtiger Schauspieler. Er gehört zu den besten, die hier mitagieren. 

<p>Dieser Inhalt kann nicht kopiert werden. / This content cannot be copied.</p>