Zu berichten wäre noch von den Scenenproben 1. Akt Siegfried, wo ich vielfach einzugreifen Gelegenheit hatte. Es blieb auch hier, wie bei den vorigen Proben, bei der Art und Weise, alles zu ändern vom anderen Tage. Dies Thema halte ich für vollkommen erschöpft, und ich werde darüber, wenn nichts Besonderes vorliegt, nichts mehr erwähnen.
Den Gedanken, einen Regieauszug und Scenarium zu schreiben, mußte ich zunächst aufgeben, die Sachen stehen im Kopf fest. Ich werde die Hauptsachen notieren und die Arbeit vornehmen, wenn die Hauptproben beginnen. Ich bin im voraus überzeugt, daß Wagner in diesen Hauptproben wieder alles anders macht.
Der 1. Akt Siegfried macht unsägliche Schwierigkeiten, weil Unger (Siegfried) auf wirklichem Herdfeuer mit wirklich glühendem Eisenstab sich sein Schwert Nothung schmieden muß. Die Dekoration, Felsenhöhle, Schmiede des Mime, ist wieder ein Meisterstückchen der Dekorationsmalerei. Siegfried, der übermäßig schwer und viel zu singen hat, hat wacker gearbeitet und schmiedet nach der Note sein Schwert, bis er zuletzt noch den Griff aufsetzt und dann zum Schluß damit den Ambos spaltet. Viel Arbeit, viel Mühe, aber es bekam zuletzt den Stempel des Wahren, Natürlichen, und eine neue Klippe war umschifft.
