Nachtfahrt nach der Phantasie. Sehr übermütig. Als ich bei einer Orchesterprobe der „Walküre“ bei der Stelle: „Gefallner Helden hehre Schar umfängt Dich dort“ die hellen Tränen in den Augen habe, bemerkt dies Wagner, kommt auf mich zu, gibt mir scherzhaft einen Stoss vor die Brust und sagt: „Was sind das für Sentimentalitäten! Wir, hier auf der Bühne, wissen, dass das Alles eine Täuschung ist! Die da draussen, (das Publikum!) sollen dupiert werden, wir aber bleiben ganz kalt!“ !!!
Proben auf der Bühne! – Wilhelmj spielt die Chaconne von Bach prachtvoll. Wagner sagt über eine Nachlässigkeit Seidl’s: Wenn ich Andern etwas von meinem Wesen geben könnte, wäre ich wahrscheinlich gesünder und die Anderen wären etwas mehr wert! Dafür sind wir Männer und keine Frauenzimmer!“ Er erzählt von Reisinger, Esser, Richard Levy (Hornist, Freischütz-Ouverture) Röckel, Schnorr und Anderen. „Wenn ich beim Componieren etwas brauche, ist es immer da!“
Die beiden Brassius. Der Bruder lässt seinen Bruder, der keinen Hausschlüssel hat, und, etwas angeheitert, auf den Türstufen vor dem Hause wartet, ruhig sitzen, schliesst das Haus leise auf und legt sich schlafen!
Mit Wagners Abends oft auf der Restauration, wo er seinen Grog trinkt. Verdruss mit Levy, wegen der abgeänderten Stelle der „Eroica. Levy weint und benimmt sich kindisch. Wagner sagt: „Mir hat jemand eine vortreffliche Zigarre angeboten. Sie beisst, stinkt und brennt nicht“. Er schwärmt von der Zauberflöten-Ouverture welche so recht den Märchenton trifft.
