19. Mai. (19. Mai 1876)

Tagebuch von Richard Fricke

Nach der Tanzstunde mit den Kindern sprach ich Wagner meine Befürchtung aus, daß er mir später Vorwürfe machen könnte, weil gar nichts geschieht, was jetzt vorbereitet werden sollte. 

Er beruhigte mich: „Sie tun genug! Daß Unger noch immer heiser ist, ist bedauerlich. Professor Döpler, dessen Beistand Sie mit Ihren Erfahrungen sein könnten, ist nebensächlich, die Hauptsache ist mir jetzt Unger und da haben Sie mir schon tüchtig geholfen. 
Ihre Turner, meine Frau hat es mir gestern gesagt, haben Sie schon tüchtig vorgehabt.“ Er war lieb und freundlich wie immer, ich hoffe, daß es so bleibt.

Am Nachmittag — es war bitter kalt, Nordwind, kaum 6 Grad Wärme — mit Kapellmeister Riemenschneider, Unger und Fischer durch den Wiesengrund am Eisenbahndamm in einem großen Bogen zur Stadt.

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