11. Juni. (11. Juni 1876)

Tagebuch von Richard Fricke

Mit Kreutzberg aus Dessau zu seinem Wirt gegangen, der den großen Theaterzettel (Tafel in schwarzem Marmor) auszuführen hat. Wagner hatte die Idee, die erste Aufführung und die darin Mitwirkenden durch eine Gedenktafel zu verewigen, also auch ich werde darauf aus gehauen und golden wird mein Name glänzen. Wenn der Theaterzettel fertig ist, werde ich ihn ab zeichnen.

6 Uhr 3. und 4. Scene Rheingold mit Orchester. Wieder viel geändert. Betz, Schlosser, Hill, Vogl lassen es sich gefallen, weil Wagner es macht. Sie werden sich später wenig darum kümmern und spielen, wie es ihnen beliebt. Heute stellt es sich heraus, daß wir zu viel Nibelungen (30) haben.

Es drängt sich zu sehr auf dem kleinen, von Felsversatzstücken durchschnittenen Raum. Ich werde mir die Besten heraussuchen und mit nur 15 Turnern die Scene ausführen. Ankunft der Frau Materna, Niemann, Frl. Scheffsky. Mit Freund Mottl die Photographie getauscht, ich schrieb auf die meinige:

„Felix heißt Du!
Felix bist Du, wie auch ich,
Weil wir Beide in Bayreuth.“

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