1876 – Tagebucheinträge, Korrespondenz

März 1876


R. träumt, daß ich mich in's Wasser stürze, und wacht in Tränen und Schreien auf; mich erstaunt es, weil ich niemals so viel und mit solchem Sehnen an den Tod gedacht. Abends der »Kladderadatsch«, welcher viel Drolliges über Tristan und Isolde's Aufführung bringt! –  Mr. Tribert schrieb sehr freundlich über…

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Konferenz, wobei der Maschinist Brandt wiederum seine ganze Superiorität zeigt; er einzig weiß Rat; die Decke, welche nicht mehr hier gemacht werden kann, soll auf Leinwand von den Brückners gemacht werden. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation by Jo Cousins [©…

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Besuche empfangen! Es heißt in den Zeitungen, R. würde Generalmusikdirektor, dann, er verkaufe das Theater an das Reich (!!!), dann wiederum das Faust-Projekt! R. bespricht mit dem Bürgermeister die trostlose Lage des Theaters. Nachrichten vom großen Erfolg der 2ten Aufführung. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti |…

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Geehrter Herr!  Ich bedaure wahrhaft, immer noch nicht die freie Zeit gewinnen zu können, um über Ihre Altgeige mich so ausführlich vernehmen zu lassen, wie ich es für nöthig halte, um auch meinerseits dazu beizutragen, diesem Instrumente die ihm gebührende Beachtung zu verschaffen. Ich bin überzeugt, dass die allgemeine Einführung…

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Hausgeschäfte und Kinder-Unterricht. Nachmittags zum Theater hinausgefahren, großer Schrecken über den dortigen Zustand, es scheint unmöglich, daß es zur Zeit fertig werde! … Abends in »Don Quixote«, die herrliche Scene, wo dieser Sancho Ratschläge gibt für den Antritt der Statthalterei. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti |…

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Geehrtester Herr Doctor!      Die Zeit ist nun da, wo ich mich mit Ihnen über die Deutung der verschiedenen Contracte oder Reverse, welche ich mit der Firma B. Schott's Söhne zum Zwecke der Erlangung diverser Vorschüsse, (zusammen, wenn ich nicht irre,) auf 16000 fl. sich belaufend, abschloß und unterzeichnete, zu…

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Mein werthester Freund!  Kurz und bündig!  Hier die »zu erledigenden Fragen«, welche mir Doepler in Berlin übergab: Seien Sie so gut, bei jeder Nummer einfach zu bemerken, was Sie übernehmen, und was dagegen Doepler übernehmen soll. Ihr lieber Herr Bruder war mir in Berlin von großer Wichtigkeit: ihm allein vertraute…

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Geschäftliche Besorgungen, R. erhält einen Brief des Musikdirektor Thomas [1], nach welchem das Damen-Comité in Philadelphia die Bedingungen des Marsches angenommen mit dem einzigen Wunsch, der Marsch möge ihnen gewidmet sein. Herr Tribert telegraphiert, daß er mit Dank annimmt, meine Interessen zu vertreten. Stiller Abend. [1] Theodor Thomas (1835-1905), gründete…

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Theuerster Freund!  Ich ersuche Sie, unseren Freund Gießel ernstlich darum anzugehen, daß er seinem Redacteur die Weisung ertheile, meinen Namen, und meine Angelegenheit in keiner Weise mehr in die Feder zu nehmen. Ich habe genug von der künstlichen Confusion der großen Zeitungen über mich, und wünschte nicht diese hier fortgeführt…

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Frühbesuche, R. auch bei Hülsen, Prinz Georg, Bismarck und Helmholtz. Bucher bei uns zum Frühstück. Nachmittag Besuch des Prinzen Georg, Abschieds-Diner bei Mimi. Der Kaiser erkläre, der Tristan sei ein magnifiques Werk, die Kronprinzessin ernst damit beschäftigt. Abends um 8 Uhr Abschied von der ausgezeichnetsten Frau. In Leipzig übernachtet. eigenhändiges…

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Kaisers Geburtstag mit furchtbarem Schneegestöber; mir bringt er nebenbei eine Anzahl Geschäftsbriefe zu schreiben. Der Notar meldet nämlich, daß die mir zukommenden und auch mir vermachten 40000 frcs in großer Gefahr durch die andren Klauseln seien! Ein traurigster Zustand, nach allen Seiten! … Ich tue das Meinige, um mit Schonung…

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R. hat große Kopfschmerzen, hält sich [den] Tag über ruhig, um abends das Diner der Sänger anzunehmen; er gewinnt dabei ein völliges Verständnis der Persönlichkeit von Herrn von Hülsen. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation by Jo Cousins [© Jo Cousins…

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Freund Feustel hat die amerikanische Anweisung, R. muß doppelt angestrengt arbeiten. Probe des dritten Aktes; Herr Niemann immer unerfreulicher, verbirgt die Impotenz unter Heftigkeit und Aufgeregtheit. Der gute Kapellmeister Eckert auch durchaus unfähig –  Gott, Schnorr und Hans, das Studium in München [1]! Wie anders! Ich habe Not mit Billetanfragen!…

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Zweiter Akt probiert; Herr Niemann sehr unerquicklich; R. arbeitet an dem Marsch, ich empfange einen hübschen Brief von Mr. Tribert [1], meiner Mutter bester Freund. Abends einige Besuche. –  Komische Berichte über die Despotie des Herrn Joachim [2] hier. [1] Tribert, französ. Schriftsteller, war mit Marie d'Agoult befreundet.[2] Vermutlich Joseph…

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Erste Orchester-Probe; ich wohne ihr bei. Großer Eindruck. Spazierfahrt darauf mit R. nach Charlottenburg; die Königin Luise betrachtet, Lieblichkeit im Leiden [1]. – R. kann heute nur eine Seite Partitur schreiben; abends Wilhelm Scholz [2]. [1] Das Grabmal der Königin Luise von Preußen im Schlosspark Charlottenburg.[2] Wilhelm Scholz (1824-1893), Zeichner,…

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R. schreibt heute fünf Seiten Partitur [1], weil keine Probe ist. Ärger über Freund Feustel, welcher nicht zu Herrn Erlanger gegangen ist und meldet, 'die Lage sei gefährlich, wenn auch nicht hoffnungslos!' –  Mit R. ausgefahren, dem Berlin besser gefällt als wie Wien. Erstaunen über das Schloß, für eine Stadt…

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Brief von Schuré über die Bestattung! Auch von Claire, immer ohne Adresse, so daß meine völlige Abgeschiedenheit noch nicht gehoben ist! R. schreibt eine Seite Partitur, dann hat er »Arrangier- Probe«, kommt sehr ermüdet zurück; wir fahren aus, das kräftigt und erheitert ihn; er schreibt noch eine Seite Partitur, da…

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Tage des Schweigens. Diese Nacht kam ein Brief per express, ich glaubte, es sei eine Nachricht von Paris, es war nur die Meldung von Philadelphia, daß R.'s Bedingungen angenommen sind. – Ich schrieb an die Kinder. Schreibe nun wiederum nach Paris, um etwas zu erfahren! …  R. instrumentiert und hält…

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Ein Brief vom 2ten, in Bayreuth liegen geblieben, erreicht mich heute, er meldet die ungefährliche Erkrankung. Eine Depesche von Schuré als Antwort auf eine Anfrage von R. meldet, daß gestern schon meine Mutter begraben wurde! … Alle Anfragen an Claire bleiben unerwidert! –  Ich fahre mit R. zum Kirchhof und…

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Wiederum ein Bassist, ein Herr Kögel [1], welcher R. sehr gefällt. R. kommt von der Probe ziemlich befriedigt zurück. Am Mittag, wie ich Besuche machen will, bringt mir Mimi die Zeitungsnotiz vom Tode meiner Mutter.1 [2] Ich kann zuerst nicht daran glauben – telegraphiere nach Paris, bleibe ohne Antwort. R….

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R. hat heute die erste Probe [1] und war nicht gerade unzufrieden; nur daß der Adel und die dunkle Glut dem Hauptsänger gänzlich abgeht. Wir fahren dann zu Doepler und sehen die schönen Kostüme für den »Ring« an, sie sind wirklich sehr schön, mannigfaltig und einfach, eine ganze Kultur tritt…

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Keine Nachrichten noch von den Kindern. Besuche von Neffe Jachmann und Eckerts; Nachmittag zu Mimi [1] gegangen, dann zu Hülsens; R. hat eine Unterredung mit Simson in Bezug auf die Fürstner'sche Angelegenheit und kommt befriedigt zurück. –  Diner bei Schleinitzens, abends in »Armida« [2], um Frau Voggenhuber [3] zu hören,…

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Gute Nacht im Schlafcoupé, um 2 Uhr in Berlin [1]; erste Begrüßung durch Mimi; Unmöglichkeit, das Benehmen des Reichskanzlers in unserer Sache zu begreifen! …  Brief einer armen Uhrmachers- Frau aus Eidenach [2] in ich weiß nicht welchem Teil von Bayern, welche ihm rührend schreibt, die Prophezeiung des Brandes [3]…

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Im Gewerbemuseum[1] dem h. Franciscus von Cano meine Devotion dargebracht; dann zu Marie Dönhoff und Marie Hohenlohe. Darauf sehr hübsches Diner bei Direktor Jauner; um acht Uhr Abfahrt; der Chor wiederum auf dem Bahnhof, im Wartesaal »Wacht auf«, von ihnen wundervoll gesungen, hinterläßt den tiefsten Eindruck. Der hohe Raum, wenig…

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as Bayreuther Jahr! Es ist ist das Wichtigste in meiner künstlerischen Entwicklung und hat mir für alle Zeiten den Stempel aufgedrückt. Ich hatte das Glück, 3 Monate lang mit Richard Wagner 1n persönlichem Verkehr stehen zu dürfen und von ihm zu lernen, was ein begeisterter Schüler von dem grössten Meister lernen kann. Alles was ich kann, verdanke ich dieser Bayreuther Lehrzeit. Ich beginne auch von hier an die Kunst als Hauptangelegenheit meines Lebens au betrachten. Meine starken sinnlichen Anlagen erleben freilich keine Veränderung. Aber am Ende sind sie in unmittelbarem Zusammenhang mit jeder künstlerischen Tätigkeit! Richard Wagner hat am 2. März im Opernhaus den „Lohengrin“ persönlich dirigiert. Richter und Sucher hatten Angst, dass, nachdem der Meister so lange Zeit nicht mehr Theateraufführungen dirigiert hatte, etwas passieren könnte und pflanzten sich rechts und links im Orchester auf, um bei vorkommenden Schwankungen helfen zu können. Sie geben aber bald ihre Besorgnisse auf, nachdem sie sehen, wie er – abgesehen von der wunderbaren suggestiven Kraft seiner Persönlichkeit – auch technisch mit der grössten Vollkommenheit das Ganze leitete. Es war ein wunderbarer Abend! Müller: Lohengrin. Kupfer-Berger: Elsa. Scaria: König. Nollet: Telramund. Materna: Ortrud. Chöre, Orchester prachtvoll! Vorspiel: Sehr, sehr langsam und unendlich breit! Vorspiel in As-moll zu „Du trugest ihm meine Klage“ sehr breit und ausdrucksvoll. Schwanenchor Trompeten pianissimo beginnen. Zeitmass ruhig anfangen, dann sehr steigern! Am Schluss (A dur) sehr feurig und belebt. Keine Portamenti der Sänger! Alles streng 1m Takt! Kein Recitativ "Viel lieber tod als feig" nicht schnell, Orchester in fp. dämpfen; Umzug der Ritter zum Bilden des Kampfringes ziemlich belebt! Heerufer alles im Tempo! Gebet Es-dur, nicht zu langsam. Kampf, sehr schnell! Schluss I. Akt nicht schnell zu Beginn, dem erst nach und nach steigern. Vorspiel II Act. Englisch Horn (kurze Notation) Einmal mf, das zweite Mal fast unhörbar leise! Nach "Gott „(Ortrud) erschreckend lange Pause! Ebenso vor "Du wilde Seherin". Bass Klarinette für F1s-m0ll Motto sehr langsam. Dann Dialog fliessend. "In Liebe" B-dur lang, dann as-cis (Hob.Nr.+) anschliessen. Hoboen "in s fernste Elend schickt" sehr starkes crescendo. Die Figur (Notation) sehr ruhig! Anruf an die Götter sehr rasch, heftig und ohne Pausen vor Einsatz der Triolen. (D) "Nur eine Kraft" recht langsam. Zwischenspiel schnell (Notation). Chöre pianissimo sehr wichtig! „Von ihm wird Keine“ die Viertel langsam markiert aber ohne riterdando. III. act. Vorspiel. Nicht schnell aber feurig! Beim Hochzeitschor „Rauschen des Festes, seid nun entronnen“ starkes Zurückhalten es Tempo –

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Besuche gemacht, empfangen, um halb sieben »Lohengrin«, R.'s magische Direktion wirkt Wunder, das Orchester spielt das Vorspiel, wie ich es nie gehört habe, der Chor ist prächtig, leider die einzelnen Sänger mehr denn mittelmäßig, unkorrekt, stimmlos, ohne Vortrag. Mehr und mehr erkenne ich die Unmöglichkeit, irgend etwas Erhabenes auf diesen…

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Februar 1876


Um halb zwei Abreise, gute Stimmung, mildes Wetter; in Eger erhalten wir die Nachricht, daß kein Anschluß ist und daß wir hier übernachten müssen, das ist uns förmlich erheiternd, da wir nach allen Seiten Erkundigungen in Bayreuth eingeholt. Viel über die Araber gesprochen, dann vom Trio des Scherzo in der…

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Die arme Brange ist krank, sie hat gestern drei Junge geworfen, welche bereits tot sind! Ein stilles leidendes Tier, wie erhaben über den unzufriedenen, klagenden Menschen! … [(Schon gut!!)]1 Dieser Scherz von R. macht uns lachen, sonst ist nicht viel Heiterkeit da; Vorbereitung zur Abreise.

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R. hatte eine üble Nacht, liest während dem zwei Aufsätze von einem Herrn Löffler über die Götterdämmerung in der Fritzsch'schen Zeitung, welche sehr gut sind. – – R. erzählt neulich bei Tisch, wie er dem armen Mann in Wien, dem er so bereute, nur 10 Kreuzer gegeben zu haben, wieder…

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Frau v. Schl. schreibt, daß der Kaiser die Aufführung des Tristan zu Gunsten unseres Theaters befohlen hat, was R. nicht übermäßig freut; er büßt seine Tantièmen dabei ein, und die kleine Einnahme nützt nicht viel. Er arbeitet, ich unterrichte und bereite die Reise vor. Abends verplaudert.

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R. hatte eine üble Nacht, er meint, betreffs der neu eingetretenen Ungewißheit in Bezug auf Wien; er arbeitet an der Partitur, doch da er keine Antwort von Amerika hat, nimmt er sich vor, sich nicht zu hetzen. Er kommt sich vor wie in dem Verkehr mit Rio [1] [de] Janeiro…

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R. hatte eine gute Nacht, wohl in Folge des Entschlusses, nicht nach Wien zu gehen. Nun telegraphiert aber Dir. Jauner, daß nur die Tageskosten dem Chor abgezogen werden sollen und daß er persönlich mit R. alles besprechen wird. R. telegraphiert abends, ob nicht, da sie sich bei den schlechten Verhältnissen…

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Briefwechsel mit dem Aachner Musikfest-Comité, welches sich rühmt, im Jahre 57 Kompositionen von R. aufgeführt und viele Mißhelligkeiten dadurch erlitten zu haben; dafür wünschen sie Herrn Vogl anfangs Juni!! … R. verstimmt gegen Wien; Reise dorthin unwahrscheinlich. Er beginnt die Instrumentierung des Marsches, doch muß er die zwei ersten Seiten…

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R. schreibt an Dr Jauner, ob nicht die Aufführung auf eine andere Zeit zu verlegen, da jetzt die Verhältnisse so schlimm. – Deutschland soll nun 11/2 Milliarde verloren haben, und zwar der kleine Stand; die reichen Banquiers tun nur so, geben weniger aus, aus Klugheit, sie haben aber gewonnen bei…

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Herrn Hans Richter, k. k. Hofkapellmeister WienMargarethenstr. 7, Wieden Lieber Freund! Ich habe soeben an Dir. Jauner geschrieben. Die Entscheidungen wegen des Chorbenefizes[1] verdrießen mich tief; ich hoffte den Leuten gegen 5000 fl. zuzuwenden, jetzt beschränkt sich Alles auf die Annahme, ihnen fl. 2000 zu verschaffen, also etwa fl. 20 für jede Tasche,…

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Ich bin mit dem Entwurf zu R.'s Geburtstag beschäftigt, nebst dem Unterricht. R. ärgert sich sehr über eine Depesche Jauner's, meldend, daß die Hälfte der Einnahme nebst Tages-Kosten dem Theater zufallen soll und dem Chor also ungefähr 2000 fl. bei der Aufführung des Lohengrin nur zukommen wird. Abends Konferenz wegen…

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R. arbeitet, ich gebe Unterricht. Neulich telegraphierte Herr Niemann nach den Stimmen des sogenannten »Liebeslied« [1] für ein Hofkonzert in Meiningen, das erste direkte Lebenszeichen nach der Zurücksendung des Siegmund; wie ich R. frug, ob er sie ihm schicke, antwortet er: »Einem geschenkten Siegmund sieht man nicht in den Schlund!«…

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Frühling, die Stare sind da; R. aber ist unwohl, er meint, zu viel ginge ihm durch den Kopf, Tristan in Berlin, Prozesse, Wohnungs-Angelegenheit, Lohengrin in Wien, dazu soll bis zum 15ten März die amerikanische Komposition vollendet sein! Und ob überhaupt ihm die 5000 Dollars zugesagt werden? Er ist so angegriffen,…

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R. sehr von seiner Komposition bedrängt; doch feiern wir Evchen ganz heiter. Am Nachmittag nimmt R. mehreres von Händel vor und erstaunt über die Banalität; gar keine Tiefe, kein Christentum, der rechte Jehovah-Dienst. Einzig ist ihm großartig in der Erinnerung die Cäcilien-Ode. – R. bleibt dabei, er selbst sei kein…

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Ich gebe mir viele Mühe mit dem Unterricht, ob mit Erfolg? … Herr von Hülsen schreibt sehr freundlich, daß Tristan erst 15ten März stattfinden kann, der Schwierigkeit des Werkes wegen. Dies ist R. recht. Nach Tisch zeigt er mir das neueste Album-Blatt, »Amerikanisch sein wollend«, und sagt, es sei der…

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Tauwetter, R. nicht günstig; er arbeitet jedoch Vor- und Nachmittag. Abends schreibt der Redakteur der Weser-Zeitung und gibt sich als den Autor des Aufsatzes in der Fr. Zeitung an. – Gestern schrieb ein Herr aus Italien, um sich zu erkundigen; die italienischen Zeitungen meldeten, die Aufführungen fänden nicht statt, das verwirre ihn und mehrere Bekannte, welche ihnen beiwohnen wollten! … R. klärt ihn auf. …

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R. immer arbeitend, klagt darüber, daß er sich bei dieser Komposition gar nichts vorstellen könne, beim Kaiser-Marsch sei es anders gewesen, selbst bei Rule Britannia, wo er sich ein großes Schiff gedacht, hier aber gar nichts außer den 5000 Dollars, welche er gefordert und welche er vielleicht nicht bekäme. Abends…

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R. an seine Komposition [1], ich mit den Kindern beschäftigt, Boni arbeitet gut, ist willig und freundlich; abends »Don Quixote«. Der Redakteur der Weser-Zeitung kündigt sich als Kämpe für R. an, Standhartner schreibt, daß der Lohengrin erst am 2ten März in Wien möglich sein wird. [1] Richard erhielt den Auftrag…

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Kein Diktat heute, R. macht sich an die Komposition für die Amerikaner [1] (Eröffnung der Weltausstellung, 100jährige Feier der Befreiung); er hat 5000 Dollars gefordert, ob sie ihm von den Bestellenden bewilligt? Wie ich zu Tisch komme, spielt er ein sanftes wiegendes Thema, für den amerikanischen Pomp fiele ihm nichts…

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Kinder-Unterricht und Diktat; »wir pfeffern das Leben nur so heraus«, sagt R., wie er sieht, wie viel ich schon geschrieben. Abends Dilettantenkonzert, Reformationssymphonie von Mendelssohn, den zweiten Satz denkt R.: »Tetzel [1], wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.« [1] Richard zitiert Johann Tetzel, den…

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R. wacht mit einem großen Pfiff auf; er träumte von einer Festaufführung hier, aber vom Holländer und Tannhäuser, und die er dirigierte vom Klavier aus in einem Nebenzimmer mit Hülfe eines Spiegels; Schröder-Devrient und einige, welche lieber um ihn als in der Aufführung selbst waren, umgaben ihn, wie er vor…

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Schneefall; »der Winter lernt im Alter, weiß zu sein«, sagt R. – Er hat Kopfschmerzen, ich schreibe Briefe, an Pr. Lagarde, Mimi (sie will die Aufführung von Tristan zugunsten unseres Theaters erwirken) etc. R. geht mit den Hunden spazieren, die einzige Freude, welche er außen habe.  Es heißt in Meiningen,…

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R. sagt, wenn die Reise nach Berlin nicht bevorstünde, er würde an den Parzival sich machen. Leider aber werden wir diese Wanderung machen müssen! R. hat eine Konferenz mit seinem Verwaltungsrat, welche ihn nicht verstimmt, er sagt ihnen: Es sei vollständiges Hazardspiel, welches sie spielten; die guten Menschen aber verlieren…

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Diktat; große große Schwermut; einzige Erheiterung durch Siegfried. R. wandert zum Theater hinaus, alles wüst dort oben! Die Vorbereitungen zur Einquartierung müssen sehr lässig betrieben werden, da man nicht im entferntesten bestimmen kann, wer kommt! – – Mein Schwarzsehen geht so weit, daß ich kaum mehr an die zahlende Neugierde…

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Liebster bester Freund!  Auf die Frage »wie's uns geht« ließe sich Vieles antworten! Die Welt, und namentlich auch »Germania«, wird mir immer widerwärtiger!  Unsere Sorgen sind groß und schließlich muß ich den Vorsatz, die Aufführungen in diesem Jahr noch stattfinden zu lassen, für tollkühn ansehen. Wir sind mit den Patronatscheinen…

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R. bereitet das Debüt von Herrn Unger in Wien vor, er wünscht, daß dieser mit Frau Materna die Scene aus dem 3ten Akt von Siegfried singt. Von Wien erfahren wir nur, daß das Abonnement-Quantum nicht zugestattet wurde. Fr. v. Staff und Frau v. Künsberg bei uns zu Tisch. Abends »Don Quixote«….

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Lichtmeß – wenig Helle bei uns, Sehnsucht nach Ruhe bei mir; »vielleicht«, meint R., »entsteht nach der Aufführung eine Schamröte, welche zur Morgenröte einer neuen Zeit wird«. –  Abends Gesellschaft bei hiesigen Patronen. Für R. eine Prüfung. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised…

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O mein theuerster Freund!  Einen Brief nach Monaten von mir zurückverlangen, ist ein Attentat auf meine Natur! Ich habe an Brassin ausführlich geschrieben – was ich aber mit seinem Briefe gethan habe, weiß ich nicht, – da ich ihn nicht finde. Verzeihen Sie das!! – Im Betreff unserer großen Geschäfte…

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Januar 1876


Kinder-Arbeit und Diktat. R. hat am Nachmittag eine Konferenz, von welcher er tief niedergeschlagen heimkommt! Es will wie eine Tollkühnheit aussehen, daß man die Aufführung in das Auge faßt! 488 Patrone erst sind gewonnen! Dabei steigern sich die Ausgaben, die Presse selbst für Ankündigungen gesperrt! – – –  In Paris…

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Brieftag, die Kinder sind frei! An R.L. [1] geschrieben, auch Diktat. Abends Bayreuther Geselligkeit, durch Frau v. Staff bereichert. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation by Jo Cousins [© Jo Cousins | WAGNER Salon] [1] Fürst Rudolph Liechtenstein. Weiterführende Dokumente: Further…

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Diktat und Unterricht; Besuch bei unserem armen guten Freund Schenk; R. mißgestimmt. Lothar Bucher schreibt, jetzt nur nichts zu unternehmen, der Fürst sei der einzige, auf welchen man sich verlassen könne, und er sei krank. – Abends »Don Quixote«. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER…

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Diktat, meine Augen machen mir Not; schöner indischer Spruch: Wer sein Leben [hin]durch schöne Werke hervorbringt, hat die Sinnlichkeit überwunden.  Brief des Redakteurs der Weser-Zeitung Hofmann [1], er sagt, wenn man offen die Presse in Bezug auf R. angreifen wollte, hätte man die ganze Meute hinter sich. Herr Bauernfeld [2]…

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R. bringt den Tag zu mit einem Schreiben an den König, ich mit Unterricht und Geschäften, abends »Don Quichote«. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation by Jo Cousins [© Jo Cousins | WAGNER Salon] Weiterführende Dokumente: Further Documents (in German): Documents…

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R. nicht ganz wohl; unerfreut über einen Brief von Betz; Fricke [1] wird empfohlen zum Hagen, abends Ball bei dem Regierungspräsidenten! … Worauf für R. und mich bei der Heimkehr eine trauliche Stunde! [1] August Ludwig Fricke (1829 – 1894), Sänger, seit 1856 Baßbariton an der Hofoper Berlin. Traduzione in…

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Mein hochgeliebter,erhabener Herr und Freund! Ein indischer Spruch heisst ungefähr so: »Man kann die Tiefe des Meeres, die Zahlder Sterne, die Wiedergeburten der Seelenermessen; Niemand aber kann die Gedankeneines Königs wissen, nie und nirgends.« Dieser Spruch kam mir in den Sinn, als ich mit tiefer Bewegung kürzlich das von Ihnen…

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Müder Tag – gestern schrieb ich an Freund Bucher, ihm die Gründe anzugeben, weshalb wir nicht an den Reichstag gingen, und zu bitten, daß keine offizielle Bescheidung uns treffen möge bis zu unserem Aufenthalt in Berlin (März). – Abends in »Heinrich IV.« Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia…

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Diktat; Spaziergang; abends Besuche, Symphonie von Haydn und das neue Bild aus dem Ring des Nibelungen von Rubinstein. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation by Jo Cousins [© Jo Cousins | WAGNER Salon] Weiterführende Dokumente: Further Documents (in German): Documents supplémentaires…

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Immer gleiche Tätigkeit; R. beschäftigt sich weiter mit den Arabern durch das Werk von Bon Schack;  Abends »R. II.« von Shakespeare, unter den historischen Stücken mein Liebling – ein Akt gelesen, gibt Veranlassung zu endlosem Staunen, Bewundern, Wiederlesen, Besprechen, es ist, als ob man nie alles erfaßt hätte – eine…

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Unterricht und Diktat; R. zu Feustel's Geburtstag gratulierend – – – Abends weiter in Pr. Lagarde's Broschüre gelesen. Vieles Vortreffliche darin gefunden. Immer mehr bedenken wir, R. und ich, die Erziehungsfrage; Gedanken der Errichtung einer Musterschule, mit Nietzsche, Rohde, Overbeck, Lagarde. Ob der Schutz des Königs dafür zu erlangen? ……

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Weiteres Diktat und Unterricht; R. erhält von Herrn Betz die Meinung, daß man auf Scaria zu verzichten habe. R. schreibt in diesem Sinne an Dr Jauner. Wie wird nun Frau Materna sich benehmen? … Andere Tagesordnung (Speisen um 3 Uhr), Gouvernanten- und Kammerjungfer-Zank, dazu für mich noch Augenleiden! … Traduzione…

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Diktate und Arbeit. Dazu Ankunft von Tantièmen und Berechnung der Ausgaben. Bon Hofmann schreibt vom schlechten Besuch des Theaters; überall herrscht völliger Schrecken über die finanzielle Kalamität. »Daß nur ein Mann wie Bismarck uns helfen konnte«, sagt R., »zeigt, daß wir verloren sind.« – – Direktor Jauner telegraphiert, daß er…

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Der König schickt seine lebensgroße Photographie; Dr. Strecker [1] (B. Schott's Söhne Nachfolger) besucht uns und bringt die Partitur von Siegfried. Er erfreut uns durch ein sehr artiges Benehmen. Immer Diktat und Arbeit mit Boni. – Abends beginnen wir die Broschüre: »Über die jetzige Lage des deutschen Reiches«, welche Pr….

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R. schrieb ein Thema, welches ihm abends angekommen, auf und findet, daß das Gegenthema bloß in der Umkehr bestehen könne; im Ohre gebe es Melodienspektra wie im Auge Lichtspektra. Diktat; Besuche mit R. – Herr Groß bringt eine Notiz von Feustel, dieser habe einen Brief aus Berlin erhalten, wonach es…

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Berlin, den 15. Januar 1876. Spezial-Bureaudes Reichskanzlers. An den Herrn Professor Richard WagnerHochwohlgeborenBayreuth Eurer Hochwohlgeboren beehre ich mich auf das an den Fürsten Reichskanzler gerichtete Schreiben vom 28. v. M. erhaltenem Auftrage gemäß ganz ergebenst zu erwidern, daß nochmals amtliche Erwägungen darüber stattgefunden haben, ob nicht der beantragte Vorschuß für…

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Neffe Jachmann meldet, daß die Anwesenheit R.'s nicht unbedingt notwendig sei; wir feiern die Rückkehr R.'s 1 aus Berlin. – Abends spielt uns Herr Rubinstein einiges vor, unter anderem auch Mihalovich's Komposition »Hero & Leander«, welche bei Zeugnisse von dezidiertem Talente uns sehr nachdenklich stimmt. Fußnoten1 Rubinsteins. Traduzione in italiano…

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Es ergibt sich, daß R. wiederum bei einem Kontrakt betrogen worden ist, in Wien haben sie darin ausgelassen das Abonnementquantum, so daß, wenn das Theater (und zwar höchstwahrscheinlich durch ihn) sich hebt, das Abonnement bedeutender wird, er eine bedeutende Einbuße erleiden wird, weil er sich darauf verlassen, daß man seiner…

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Briefe, einen sehr guten von Standhartner mit Abrechnung der Tantiemen, dann einen schönen wie immer des Königs, einen traurigen von Hofrat Düfflipp, die Not der Hofkasse klagend; R. telegraphiert, daß er sich entschlossen hat, nicht an den Reichstag zu gehen und in Bruxelles Konzerte zu geben. In der Tat ergab…

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 Treu und innig geliebter,großer Freund!      Meinen telegraphisch Ihnen und den Ihren neulich ausgesprochenen Glück-Wunsch zum so bedeutungsschweren, seit langer, langer Zeit sehnsuchtsvoll herbeigewünschten Jahre, drängt es mich auf diesem Wege aus Grund des Herzens zu wiederholen. Kein Weihnachtsgeschenk hätte mir willkommener sein können, als die Erzählung Ihres bedeutungsvollen, thatenreichen, großen…

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Mit Boni von 9-11 gearbeitet, von elf bis halb eins Diktat, dann mit den Kindern auf dem Eise; von fünf bis 7 mit Boni und den Kleinen gearbeitet, abends mit R. in Gibbon »Mahomet« gelesen. Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation…

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Kein Diktat heute! R. denkt an Geschäfte; an den Reichstag verwiesen zu sein, während er an die Gnade des Kaisers appellierte, empört ihn tief! Nach Tisch kommen wir auf das Schicksal des Tannhäuser's zu sprechen; an dieses Werk knüpft sich eine unaufhörliche Reihe von übelsten Erfahrungen. [Sehr erschrickt es mich…

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Dieselbe Tagesordnung wie gestern, heiter wehmütige Bilder der Vergangenheit steigen auf, meiner Schwester Wesen webt zwischen uns! – Alles dahin! … Nachmittag Brief von unserem Neffen Jachmann über die Fürstner'sche Angelegenheit. R. denkt daran, nach Berlin zu reisen. Abends erschreckt uns Marke durch ein klagendes Heulen, Brange war fort! Tiefer…

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In der ersten Frühe Kinderunterricht, dann Diktat! Nachmittags auf dem Eise mit den Kindern und abends vor Tisch mit ihnen gearbeitet. R. war bei dem Bürgermeister, dieser ist sehr gegen eine Petition an den Reichstag. R. schreibt an Hofrat Düfflipp, um anzufragen, ob S.M. diese übel vermerken würden! – Abends…

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R. träumte von einem Tintenklecks, welchen er auf einer Partiturseite zu seinem großen Ärger gemacht, dann kam es heraus, daß die Partitur nicht von ihm sei. Morgenandacht mit den Kindern – dann auf das Eis mit ihnen.  R. hat gute Nachrichten über Herrn Unger, Gott gebe, daß hier keine Enttäuschung…

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Hansen's Geburtstag; ich mache ihn zu einem Tag des Insichgehens! Arbeite mit den Kindern; Fasten, Besuch meines Grabes, feierliches Gelübde, alles Schwere und Schlimme als gerecht dahin zu nehmen! … Zum Theater gewandert, oben Brandt und Brückners getroffen, R. kommt auch hin, wir fahren heim; abends Vorhang der Gibichungen-Halle ausgesucht….

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Abschied von Daniella, ich empfinde deutlich, daß hier die große Prüfung meines Lebens mir auferlegt ist. Der Tag ist trübe, der Abend auch. R. und ich voller Sehnsucht, daß er an die Arbeit könnte! … Traduzione in italiano di Claudia Bilotti [© Claudia Bilotti | WAGNER Salon] Revised English translation…

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R. träumte, daß er die 9te Symphonie zu dirigieren habe, in Dresden oder München, vorher sehr hungrig durch eine Eisenbahnrestauration gegangen, wo Frankfurter Würste, sich welche dort bestellt; gekommen, sie zu holen, sieht er zwei Männer seine Portion essen, und die Person des Buffets maliziös impertinent, auch die Wirtin, nicht…

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R. sehr aufgeregt, keine Nachrichten von nirgendswo zu erhalten! Ich sehe die Bücher nach, Einteilung nach Mark. Nachmittags gehe ich zu Herrn Feustel, um noch ein Mal verschiedenes zu besprechen; R. entschließt sich nach Brüssel zu Konzerten, wenn ihm die Summe von 40000 frcs, welche Herr Brassin angegeben hat, garantiert…

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In Sorgen ruhen wir und wachen wir auf; neulich machte R. das Soll und Haben dieses Jahres, wie vieles des Schlimmen, wie wenig des Guten, Fürstner, Voltz, Batz, die Presse nach den Proben, Richter, die Erfahrungen in Wien, Scaria, nun K. König [1]!  Wie ein Damoklesschwert (eine erneuerte Schnorr'sche Erfahrung…

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R. träumt schon seit mehreren Tagen von hübschen Landschaften, in welchen er wandelt, diesesmal mit Rus, welcher voller weißen Staub in den Augen etwas Gespenstisches hatte; ich höre wachend die Kuhglocken von Tribschen, sie läuten mir förmlich in die Ohren und gemahnen mich schöner Zeiten! Gott, wie soll R. denn…

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